Zweiter Tag in Porto. Der gestrige Abend in der Stadt wurde lang – bei gutem Essen und Weißwein. Dementsprechend sind wir heute Morgen etwas langsamer in den Tag gestartet. Trotzdem haben wir es noch rechtzeitig zur Bahnhofshalle geschafft, um die wunderschönen Fliesen zu fotografieren. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich später herausstellte. Zu einem späteren Zeitpunkt hätten wir zwischen all den Touristen keine Chance mehr für unsere Aufnahmen gehabt.







Danach sind wir im Lokal „Bom Gosto“ eingekehrt, wo wir uns mit einem English Breakfast und Kaffee für den Tag gestärkt haben. Unser nächstes Ziel war die Kathedrale, um unsere Pilgerpässe abzuholen. Was dort geschah, war eine unglaublich berührende Begegnung. Der Herr, der uns betreute, war so rührend, freundlich und sympathisch, dass es mich völlig überwältigt hat. Ich musste zum ersten Mal an diesem Tag weinen und brauchte einen Moment, um mich wieder zu fangen.
Nachdem ich mich wieder gesammelt hatte, stand etwas Logistik auf dem Plan. Wir holten unsere schweren Rucksäcke aus dem „House of Artists“, unserer Unterkunft der letzten Nacht, und deponierten sie am Bahnhof. Auch hier trafen wir wieder auf einen unglaublich freundlichen und hilfsbereiten Mann – eine wirklich schöne Erfahrung. Mit leichtem Gepäck besuchten wir dann die Markthalle Bolhão. Dort haben wir uns kulinarisch durchgekostet, viele Videos gedreht und uns die Bäuche vollgeschlagen.
Obwohl wir schon satt waren, konnten wir nicht widerstehen und haben in der Stadt endlich die berühmten Pastéis de Nata probiert. Danach setzten wir unsere Stadtbesichtigung fort, die uns über die imposante Brücke des Douro nach Vila Nova de Gaia führte. Dort sind wir mit der Gondel hinuntergefahren und in eine wunderbare Feststimmung eingetaucht. Das ganze Viertel schien zu feiern, die Leute waren fröhlich, das Wetter herrlich. Vorbei am Sandemann-Gebäude und dem Mercado genossen wir die Atmosphäre, bevor wir über das untere Deck der Brücke wieder zurückgingen.
Nach einem weiteren kleinen Imbiss zwischen den Touristen haben wir uns langsam auf den Weg zu unserer neuen Unterkunft gemacht. Wir holten unsere Rucksäcke vom Bahnhof und checkten im „Porto Rico“ ein. Konrad war wegen einiger negativer Online-Kritiken etwas besorgt, aber unser erster Eindruck ist recht neutral. Es roch beim Ankommen stark nach Putzmittel und Chlor, aber es ist sauber. Das Apartment ist zwar sehr klein, aber zweckmäßig. Zur Sicherheit werden wir heute Nacht trotzdem in unseren Schlafsäcken schlafen.
Jetzt laden wir erst einmal all unsere Geräte auf und ruhen uns ein wenig aus. Später wollen wir noch ein letztes Mal durch die Stadt schlendern, bevor es morgen dann endgültig losgeht – auf unseren ganz persönlichen Camino.
