Wieso das Ganze?
Wieso das Ganze?

Wieso das Ganze?

Weil es geht.
Es gibt viele Gründe den Jakobsweg oder besser einen Jakobsweg zu gehen. Ein Hauptgrund bei mir ist sicherlich, dass meine Gesundheit es lange nicht zugelassen hat, so ein Unterfangen anzugehen. Und jetzt ist es mit ein bisschen Training möglich. Auch das Trainieren ist jetzt möglich. Also ich mache es, weil es möglich ist in der Hoffnung, dass mir schon das Trainieren davor gut tut.

Gesundheit
Mein Gesundheitszustand ist nicht der beste. Ich habe schon seit langem zu hohe Blutfettwerte. Das heißt meine Triglyceride und mein Cholesterin sind massiv erhöht. Daher habe ich auch eine Fettleber und mit 125 kg Ausgangsgewicht etwas Übergewicht. Zeitlich kurz vor der Idee mit dem Jakobsweg habe ich daher meine Ernährung auf Low Carb und Keto umgestellt. Das wichtigste bei mir scheint zu sein, Kohlenhydrate möglichst wegzulassen, denn diese werden direkt in die Blutfette verwandelt. Mittlerweile habe ich 119 kg.

Urlaub im Hirn
Ich bin nicht spirituell und erwarte mir insofern kein Erweckungserlebnis. Ich glaube auch nicht, dass man durch Schmerzen gehen muss. Ich glaube, dass das lange Gehen an sich etwas ist, dass einen in einen meditativen Zustand und eine Art Euphorie versetzt. Diesen Zustand möchte ich gerne haben. Auch möchte ich die 20 Tage einzeln auf mich zukommen lassen und 20 Tage lang Urlaub im Hirn haben und jeden Tag wissen was zu tun ist, nämlich Gehen, Denken, Schauen, Leute Treffen, Herberge Suchen, Essen, Schlafen,…

Galicien / Portugal
Es besteht auch nicht die Gefahr, dass ich plötzlich glaube in Spanien bleiben zu müssen, weil nur hier der Spirit des Camino lebt. – Ich war vor 30 Jahren ein Jahr lang in Galicien als Erasmus-Student. Ja, damals wollte ich am liebsten in Galicien bleiben, weil ich Freundschaften geschlossen hatte und ein ganz anderes Leben lebte als zuvor in Österreich. Ich freue mich sehr mein Spanisch wieder anwenden zu können und Tom meine Begeisterung für Spanien und Portugal nahe bringen zu können.

Eine Flucht
Ja, der Camino ist für uns auch eine Flucht und ein Vorwand, dass wir mehr Zeit für uns haben und auch jeder Zeit für sich hat. Es gibt viele ungeklärte Situationen zuhause und wir sind unabkömmlich, weil meine 90-jährige Tante stark pflegebedürftig ist und wir insofern ans Haus gebunden sind. Mit 4-monatiger Vorlaufzeit sollte das machbar sein, dass wir dann mal weg sind. Wir haben jetzt schon viele Pflegedienste und eine Heimhilfe installiert, dennoch bleibt ein Teil der Pflege an uns hängen.

Der Camino hat schon begonnen. Eine Nachhaltige Veränderung.
Die ganzen Vorbereitungen, unser Trainieren, mein Abnehmen, all das ist Teil des Caminos. Es besteht der Wunsch unser Leben zu verändern und diese Veränderung ins Leben nach dem Camino mitzunehmen.

Vorfreude
ist die schönste Freude. Wir haben wieder ein gemeinsames Projekt. Ich lerne etwas Portugiesisch, lese über Land und Leute, wir schauen Youtube Videos von anderen Camino Gehern, wir haben uns eine Action Cam gekauft und testen diese. Ich beschäftige mich mit Video-Schnitt und Filmen. Ich habe endlich Schuhe gefunden, die passen und gehe diese ein. Wir trainieren und lernen so unsere nähere Umgebung kennen. Man sollte eigentlich immer ein Projekt in der Pipeline haben. Sonst besteht das Leben hauptsächlich aus Waiting to Die.

Ein Kommentar

  1. Konrad und Tom, ihr beide seid auf so einem guten Weg! Euch hält nichts mehr auf und ihr werdet so lange von eurem Camino zerren. Wahnsinn, dass du schon so viel abgenommen hast. Du und Tom habt es beide verdient euch mehr Zeit zu schenken und den Kopf zu lüften. Ich bin gedanklich mit Begeisterung dabei!

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